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Wechseljahre natürlich unterstützen: Die Rolle von B-Vitaminen und Leberkur
Wenn Hormone schwanken
Wechseljahre verstehen: Hormonelle Veränderungen und ihre Folgen
Obwohl die Datenlage längst überholt ist, genießt Hormonersatztherapie häufig einen schlechten Ruf und viele Frauen fürchten ein erhöhtes Krebsrisiko. Dermal aufgetragene bioidentische Hormone dürfen jedoch keinesfalls mit synthetischen, oral eingenommenen Hormonen gleichgestellt werden. Lehnen Patientinnen eine hormonelle Substitutionstherapie ab oder wünschen sich einen ganzheitlichen Ansatz, können sie funktionell-medizinisch unterstützt werden. Tatsächlich können zahlreiche Symptome wie Gereiztheit, Brain-Fog, Schlafstörungen und viele weiteren auf das Klimakterium sowie die Peri-Menopause zurückgeführt werden. Die hormonelle Dysbalance in den Wechseljahren entsteht durch den allmählichen Rückgang der ovarialen Östrogen- und Progesteronproduktion. Charakteristisch für die Symptome ist eine Östrogendominanz bei niedrigem Progesteron sowie insbesondere fluktuierende Hormonspiegel: In der Perimenopause verlaufen diese Veränderungen unregelmäßig, sodass es zeitweise zu einem relativen Progesteronmangel und damit zu einer funktionellen Östrogendominanz kommen kann. Diese hormonellen Schwankungen führen nicht nur zu den typischen vasomotorischen Symptomen wie Hitzewallungen, sondern sind auch für auftretende Schlafstörungen, Stimmungslabilität, kognitiven Veränderungen und einer Zunahme abdominaler Adipositas verantwortlich.
In der Postmenopause sinken die Östrogenspiegel deutlich, was neben den klassischen Symptomen auch metabolische Auswirkungen wie eine Veränderung des Lipidprofils, der Glukosetoleranz und der Knochendichte mit sich bringt.
Mit dem Beginn der Menopause fällt zudem der östrogene antiinflammatorische Schutz weg. Denn Östrogen moduliert das Immunsystem auf mehreren Ebenen: Es dämpft die Aktivität proinflammatorischer Zytokine wie IL-6, TNF-α und CRP, stabilisiert die Funktion des Endothels und unterstützt die zelluläre Energieversorgung durch Einfluss auf mitochondriale Prozesse. Ein Östrogenmangel trägt daher zu einer subklinischen, chronischen Entzündungsneigung bei, die sich nicht nur auf kardiovaskuläre Risikofaktoren auswirkt, sondern auch auf das neurovegetative System und die Knochengesundheit.
Eine zentrale Rolle in der Regulation des Hormonhaushalts spielt die Leber. Sie ist maßgeblich für Metabolisierung, Inaktivierung und Ausscheidung von Steroidhormonen verantwortlich. Östrogene werden in Phase-I- und Phase-II-Biotransformationsprozessen abgebaut, wobei verschiedene Enzymsysteme (z. B. Cytochrom-P450-Isoenzyme, Methyltransferasen, Sulfotransferasen und UDP-Glucuronyltransferasen) beteiligt sind. Eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoff-Cofaktoren ist erforderlich, damit diese Stoffwechselwege effizient ablaufen. Eine verminderte Aktivität der Konjugationswege kann zu einer verzögerten Clearance von Östrogenen führen, was wiederum Symptome einer relativen Östrogenlast verstärken kann. Parallel dazu beeinflusst oxidativer Stress die Funktion verschiedener Enzymsysteme, indem sie die Substratbindung oder Katalyse behindern. Konkret können reaktive Sauerstoffspezies (ROS):
– Enzyme oxidieren
– ihr aktiven Zentren schädigen
– Cystein- oder Methioninreste modifizieren.
Erhöhter oxidativer Stress beziehungsweise eine unzureichende antioxidative Kapazität beeinträchtigt dadurch wiederum den Leberstoffwechsel und damit indirekt den Hormonhaushalt.
Als Ergänzung zur Hormontherapie oder als eigenständige Strategie gewinnen Mikronährstoffe und bioaktive Substanzen zunehmend an Bedeutung. Soll die Leber in einen ganzheitlichen Ansatz insbesondere bei oxidativem Stress, metabolischer Belastung oder auch toxischer Belastung unterstützt werden, bietet sich eine Mischung aus bewährten Pflanzenstoffen, Antioxidantien und Aminosäuren (Cystein, Taurin) sowie Selen und Cholin an. Silymarin, der bekannte Flavonolignanstoff aus Mariendistel, stabilisiert Hepatozytenmembranen, schützt die Leberzellen vor oxidativem Stress und fördert die Regeneration geschädigter Zellen. Taurin wirkt zellprotektiv und wirkt antioxidativ, wodurch toxische Stoffwechselprodukte effektiver eliminiert werden können.
Reduziertes Glutathion, die zentrale endogene Antioxidansreserve, kann auch oral direkt zugeführt werden und stärkt die antioxidative Kapazität der Leber. Es unterstützt die Entgiftung von reaktiven Metaboliten, Xenobiotika und Schwermetallen über die Glutathion-S-Transferase-vermittelte Konjugation. Durch eine synergetische Kombination werden nicht nur antioxidative Schutzmechanismen gestärkt, sondern auch Stoffwechselprozesse, Entgiftungskapazität und Zellregeneration gezielt unterstützt.
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Weitere Mikronährstoffe können bei (peri-)menopausalen Beschwerden auf verschiedenen Ebenen unterstützen:
B-Vitamine wie insbesondere B6, B12 und Folat sind essenziell für die Methylierungsreaktionen der Phase-II-Entgiftung. Die Methylierungsreaktion ist besonders relevant für die Metabolisierung von Östrogenmetaboliten, da sie die Bildung weniger reaktiver Metabolitformen ermöglicht. Insbesondere bei Östrogendominanz sollte ein Mangel an B-Vitaminen daher unbedingt vermieden werden.
Darüber hinaus leisten B-Vitamine einen wichtigen Beitrag zur neurotransmitterabhängigen Stimmungslage und zur neuronal-metabolischen Stabilität. Vitamin B6 ist essenziell für die Synthese von Serotonin, Dopamin und GABA, während B1, B2 und B3 die mitochondriale Energiebereitstellung im Nervengewebe unterstützen. Folat und Vitamin B12 tragen zur Homocysteinregulation bei, was die neuronale Funktion und Stressverarbeitung positiv beeinflussen kann. B-Vitamine können neuropsychische Symptome wie Stimmungslabilität und nervöse Dysregulation in den Wechseljahren modulieren, beziehungsweise diese Symptome können auch durch einen B-Vitamin-Mangel ausgelöst werden.
Als Cofaktor von über 300 enzymatische Reaktionen ist auch Magnesium an der Synthese und Aktivität von Neurotransmittern beteiligt, die wiederum eng mit Schlaf, Stressantwort und Stimmung korrelieren. Gleichzeitig unterstützt Magnesium enzymatische Schritte im Energiestoffwechsel und in der Leberfunktion.
Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA und DHA, werden in Zellmembranen eingebaut und sind Substrate von COX-2 sowie Lipoxygenasen und regulieren die Entzündungsantwort,reduzieren die Bildung proinflammatorischer Eicosanoide und modulieren Signalwege wie NF-κB. Klinisch zeigt sich, dass Omega-3-Fettsäuren entzündungsassoziierte Beschwerden, wie Gelenkschmerzen, vasomotorische Symptome oder leichte Stimmungsschwankungen, abmildern können, die unter Östrogenmangel verstärkt auftreten. Gleichzeitig verbessern sie die Endothelfunktion, erhöhen die NO-Bioverfügbarkeit und tragen so zu einer stabilen vaskulären Regulation bei.
Vitamin D bietet ebenfalls ein doppeltes Wirkungsspektrum: Über die Bindung an den Vitamin-D-Rezeptor moduliert es die Expression entzündungsrelevanter Gene, reduziert die Aktivität von proinflammatorischen Zytokinen und unterstützt die Regulation des Immunsystems. Darüber hinaus ist Vitamin D essenziell für die Knochenmineralisierung, fördert die Calciumaufnahme im Darm und schützt so gezielt vor Osteoporose, dessen Risiko bekanntlich bei postmenopausalen Frauen ansteigt. Die entzündungsmodulierende Wirkung geht also über den klassischen Knochenstoffwechsel hinaus und kann z. B. auch neurovegetative und vaskuläre Prozesse positiv beeinflussen.
Ergänzend können Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Selen und Alpha-Liponsäure die oxidativer Belastung reduzieren, Zellmembranen stabilisieren und die Regeneration des antioxidativen Systems unterstützen.
Der Darm spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im Östrogenstoffwechsel. Die sogenannte Estrobolom-Aktivität – also die Summe der bakteriellen Gene, die den Östrogenmetabolismus beeinflussen – kann über die Beta-Glucuronidase-Aktivität die Reaktivierung bereits konjugierter Östrogene ermöglichen. Diese bakteriellen Enzyme können konjugierte Östrogene spalten und damit Einfluss auf den entero-hepatischen Kreislauf nehmen, sodass Östrogene, die eigentlich ausgeschieden werden sollten, erneut resorbiert werden. Eine Dysbiose kann deshalb zur Erhöhung der zirkulierenden Östrogene beitragen und eine bestehende relative Östrogendominanz verschärfen. Ballaststoffe, Glutamin und probiotische Stämme können helfen, die intestinale Barriere stärken, die Diversität fördern und über die Bildung kurzkettiger Fettsäuren nicht nur die mikrobielle Enzymaktivität modulieren, sondern auch antiinflammatorische Effekte entfalten.
Nach aktuellem Wissensstand scheinen viele Frauen von einer Hormonsubstitution zu profitieren. Doch ob begleitend oder als alleine Therapie: Eine gezielte Mikronährstoffintervention bietet die Möglichkeit, Patientinnen ganzheitlich zu begleiten und die Regulation des Hormonhaushalts sowie die Bewältigung typischer Wechseljahrsbeschwerden zu unterstützen. Ausreichend hoch dosierte und klug zusammengesetzte Mikronährstoffe unterstützen Leberstoffwechsel, Stressachsen, Entzündungskaskaden, Energieproduktion und neuropsychische Stabilität.
Der Darm spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im Östrogenstoffwechsel. Die sogenannte Estrobolom-Aktivität – also die Summe der bakteriellen Gene, die den Östrogenmetabolismus beeinflussen – kann über die Beta-Glucuronidase-Aktivität die Reaktivierung bereits konjugierter Östrogene ermöglichen. Diese bakteriellen Enzyme können konjugierte Östrogene spalten und damit Einfluss auf den entero-hepatischen Kreislauf nehmen, sodass Östrogene, die eigentlich ausgeschieden werden sollten, erneut resorbiert werden. Eine Dysbiose kann deshalb zur Erhöhung der zirkulierenden Östrogene beitragen und eine bestehende relative Östrogendominanz verschärfen. Ballaststoffe, Glutamin und probiotische Stämme können helfen, die intestinale Barriere stärken, die Diversität fördern und über die Bildung kurzkettiger Fettsäuren nicht nur die mikrobielle Enzymaktivität modulieren, sondern auch antiinflammatorische Effekte entfalten.
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